Migration und Integration

Psychiatrisch-psychotherapeutische Versorgung von Menschen mit Migrationshintergrund

Unsere psychiatrische und psychotherapeutische Kompetenz widmet sich den Schwierigkeiten, Nöten und Bedürfnissen von Migranten und Geflüchteten. Wir arbeiten auf der Basis eines kultursensiblen bzw. interkulturellen Ansatzes und sind uns der erforderlichen Vorsicht und hohen Differenzierungsnotwendigkeit im Verständnis der betroffenen Menschen aus aller Welt sehr bewusst. Ein konstituierendes Element in unserer Konzeption ist die enge Kooperation mit dem NCBI (National Coalition Building Center), das Brückenbauer-Dienste für traumatisierte Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern in Form von Dolmetscherleistungen und die aktive Verständigung und Vermittlung zwischen den Kulturen zur Verfügung stellt.
Es ist uns ein Anliegen, allen Patienten und Patientinnen mit ihren unterschiedlichen kulturellen Wurzeln und Lebenseinstellungen durch fachlich kompetente, würdige Behandlung gerecht zu werden. Aktuell stellen wir fest, dass wir viele Zuweisungen von Kolleginnen und Kollegen sowie Kliniken erhalten, weil die Wartezeiten bei spezialisierten Psychiatern und Psychotherapeuten enorm lang sind. Umso wichtiger erscheint es uns, dass wir dank der Mitwirkung der Brückenbauer niederschwellige Soforthilfe anbieten können.

Enge Zusammenarbeit mit Zuweisenden

Mit den Zuweisenden aus Institutionen wie Asyl-Kinder- und Frauenheimen, Schulen und beruflichen Massnahmen suchen wir eine enge Zusammarbeit, um uns gemeinsam ein psychologisches Verständnis für die oft auffälligen Verhaltensweisen der Kinder, Jugendlichen oder jungen Erwachsenen zu verschaffen. Sehr wichtig ist dabei die Klärung der Frage, inwieweit eine psychiatrische / psychologische Intervention wirklich erforderlich ist oder ob eher andere Massnahmen zweckmässiger wären.

Psychoedukation als wichtiger Ansatz

Viele der betroffenen Personen zeigen aufgrund ihrer kulturellen oder religiösen Überzeugungen eine kritische oder gar negative Haltung gegenüber psychiatrischen / psychotherapeutischen Interventionen. Deshalb steht zu Beginn unserer Arbeit zumeist die Psychoedukation im Vordergrund. Sie ist eine wichtige Voraussetzung, um die betroffenen Patienten mit ihren Ängsten und Vorstellungen über die Intervention etc. gut abzuholen und eine tragfähige therapeutische Beziehung aufzubauen.

Trauma als häufiger Belastungsfaktor

Nicht wenige Geflüchtete und Migranten sind durch Erfahrungen in der Vergangenheit traumatisiert. Anhaltende psychosoziale Belastungsfaktoren z. B. aufgrund eines unsicheren Asylstatus, einer möglichen unglücklichen Wohnsituation sowie aufgrund einer belastenden Arbeitssituation stellen teils schwerwiegende Integrationshürden dar. Belastungsfaktoren für Eltern und Familien können sich z.B. auch aufgrund von Problemen ihrer Kinder in der Schule und Freizeit ergeben. Unsere therapeutischen Bemühungen zielen darauf ab, solche Belastungen und Beeinträchtigungen des psychischen Wohlbefindens durch stärkende und stützende Massnahmen zu überwinden, sodass realistische Bedingungen für eine echte Integration geschaffen werden können.

Gruppentherapie für eritreische Kinder und deren Eltern

Siehe hier.